MAG baut mit der CNC 31i-MODEL B5 von FANUC das Asiengeschäft aus

Aufgabe: Der Werkzeugmaschinenhersteller MAG suchte für ein neues doppelspindliges Bearbeitungszentrum eine Steuerung, die die Maschine international für größere Anwenderkreise attraktiv machen sollte. Der Steuerungshersteller sollte unbedingt alle Bereiche abdecken können – von der High-End-CNC über SPS bis zu HMI-Schnittstellen.

Lösung: Der Prototyp des neuen MAG-Doppelspindlers ist mit einer FANUC 31i-MODEL B5-CNC ausgerüstet. Außerdem verrichten insgesamt 18 Servomotoren für Haupt- und Nebenantriebe ihren Dienst in der neuen MAG-Maschine.

Ergebnis: Mit der integrierten FANUC Steuerung kann auf der ganzen Welt mit dem gleichen MAG-Equipment produziert werden. Dies schließt insbesondere China und Indien ein, wo heute bereits die größte Produktionskapazität an Zerspanungsmaschinen installiert ist und der Markt weiter wachsen wird. Im direkten Vergleich mit den Mitbewerbern sieht MAG wesentliche Vorteile bei der Wirtschaftlichkeit der FANUC Steuerungskomponenten. Diese Vorteile können letztendlich an den Endkunden weitergegeben werden. 


MAG-Prototyp für die AMB mit CNC-Technologie von FANUC

Den Einstieg in den Markt der Komponentenfertiger will MAG mit einer Weltpremiere schaffen. Das neue doppelspindlige Bearbeitungszentrum arbeitet mit einer Steuerung samt Servoantriebstechnik von FANUC.

Mit der neuen SPECHT 550 DUO+ will MAG vor allem Fertigern im Komponentenmarkt ein wirtschaftliches Angebot machen. Bislang hat sich MAG stärker auf den Automotive-Markt konzentriert. Nicht ohne Grund gilt das Unternehmen bei OEM und Zulieferern als „Lieferant von Systemmaschinen“. Nun kommt die Erweiterung – und sie kommt mit Macht.

Das Hochleistungsbearbeitungszentrum Specht 500 DUO+ feierte zur AMB seine Premiere und glänzte dabei mit seiner leistungsstarken Ausstattung mit einer FANUC Steuerung. Der Prototyp dieses neuen Doppelspindlers ist mit einer FANUC 31i-MODEL B5-CNC ausgerüstet. Außerdem verrichten insgesamt 18 Servomotoren für Haupt- und Nebenantriebe ihren Dienst in der neuen MAG-Maschine.

Die FANUC Steuerung soll die Maschine international für größere Anwenderkreise attraktiv machen.
Nach dem Erfolg im Volumengeschäft mit China haben MAG und FANUC nun auch den europäischen Markt im Visier. Immerhin macht das Asiengeschäft bei MAG etwas mehr als 50 % des Gesamtumsatzes aus. Und die in Asien ansässigen Kunden bevorzugen in ihren Werken FANUC als Steuerungslieferanten. Dr. Manfred Berger, Executive Vice President Global Sales bei MAG IAS, Eislingen: „In manchen Produktionsjahren wurde bereits die Hälfte aller bei MAG produzierten CNC-Maschinen mit FANUC ausgerüstet.“

Grundsätzlich – da sind sich beide Seiten einig – streben OEM und deren Zulieferer weltweit mehr oder weniger einheitliche Standards an. Bernhard Lusch, Vertriebsleiter CNC-Steuerungen bei FANUC Deutschland: „Wir müssen die Möglichkeit bieten, an allen Standorten mit dem gleichen Equipment zu produzieren.“ Bei MAG jedenfalls begrüßt man die weltweit verfügbare Quelle für bekannt leistungsfähige Steuerungen. Im direkten Vergleich mit den Mitbewerbern sieht MAG wesentliche Vorteile bei der Wirtschaftlichkeit der FANUC Steuerungskomponenten. Diese Vorteile können letztendlich an den Endkunden weitergegeben werden. Der asiatische Markt mit China und Indien wird weiterhin wachsen. China hat im weltweiten Vergleich heute bereits die größte Produktionskapazität mit Zerspanungsmaschinen. Und Indien wird in den kommenden zehn Jahren einen ähnlichen Weg gehen. Dr. Berger: „Unter diesem Aspekt wird für MAG die Zusammenarbeit mit FANUC immer wichtiger.“

Für den Einsatz der Maschinen im Komponentenmarkt will das Unternehmen seinen guten Ruf im Geschäft mit Systemmaschinen nutzen. Dafür braucht es nur wenige Änderungen und Ergänzungen. So hat der neue SPECHT-Doppelspindler einen Palettenwechsler, den es in der Form bei hochvolumigen Automotive-Anwendungen nicht gibt. Bislang wollte man den Schwesterunternehmen nicht mit einer eigenen Maschinenbaureihe Konkurrenz machen – das ist nun durch die Marktentwicklung hinfällig. Und die Voraussetzungen sind erfüllt: „Bei 5-Achs-Maschinen sind wir stark“, wie es selbstbewusst heißt. Erste Kunden kommen – ausgerechnet aus der Automobilzulieferindustrie.

Intelligent und umfassend
Zu dem auf der EMO im vergangenen Jahr vorgestellten „Smart Production System“ kann FANUC als Systemlieferant in Sachen CNC- und Servoantriebstechnik einiges beitragen. Die Forderung seitens MAG lautet hier: „Wichtig ist, dass ein Steuerungshersteller alle Bereiche abdecken kann.“ Und zwar von der High-End-CNC über SPS bis zu HMI-Schnittstellen. Von der einfachsten Maschine bis zum Bearbeitungszentrum sollen einheitliche Bedien- und Servicekonzepte zu realisieren sein. Dabei muss die Steuerung sowohl für Bediener als auch für Instandhalter mehr als bisher leisten. Dies schließt beispielsweise Diagnosefunktionen, Programmieroberflächen, einfaches Werkzeugbeladen, Selbstdiagnostik und Messtechnik an der Maschine ein. Bei MAG sieht man an der Werkzeugmaschine eine ähnliche Entwicklung wie bei modernen Fahrzeugen: Assistenzsysteme sollen Routineaufgaben übernehmen oder unterstützen. Dabei wird die Bedienoberfläche die wichtigste Kommunikationsschnittstelle zwischen Bediener und Instandhalter sein. Dr. Berger: „Neben Sensorik und Leistungsfähigkeit auf der Geräteseite wird der Steuerungshersteller immer wichtiger für die Assistenzsysteme werden.“

Von der Fanuc CNC verspricht man sich bei MAG nicht nur Spitzentechnik, sondern auch einen Gewinn an Verfügbarkeit. So ist die Zuverlässigkeit der Baugruppen wesentlich höher als bei Konkurrenzprodukten. Die Serviceprotokolle weisen so gut wie keine Ausfälle auf. Ein weiterer Vorteil der FANUC Technik wird sichtbar, wenn man den Steuerschrank öffnet. „Es sieht aufgeräumt aus, weil Komponenten wie Umrichter sehr kompakt sind.“

Die Größe der zu bearbeitenden Bauteile ist ausschließlich durch den Spindelabstand limitiert. Die SPECHT 500 DUO hat einen Spindelabstand von 720 mm. Die nächstgrößere Doppelspindelmaschine hat dann einen Spindelabstand von 810 mm. „Ein bisschen Luft schaffen Betreiber noch durch die Art der Aufspannung“, ist sich Jürgen Mayer vom technischen Produktmarketing sicher. Arbeitsvorbereiter und Programmierer sind in dieser Hinsicht äußerst erfinderisch und lassen sich von Standardmaßen allein selten beeindrucken. Dies zeigt das Beispiel eines Achsträgers, der einfach schräg eingespannt wird.

Nicht nur in diesem Punkt dürfen sich Anwender von den MAG-Spezialisten beraten lassen. Den Umfang an Dienstleistungen vor, während und nach dem Kauf hat Berger mit „das komplette Programm“ schnell umrissen. So können schon im Vorfeld Bearbeitungsprozesse auf einer virtuellen Maschine analysiert, Taktzeiten ermittelt und Kollisionsbetrachtungen angestellt werden. „Und unser Angebot unterschiedlicher Konzepte zur Automation oder zur Verkettung basiert auf langjähriger Erfahrung.“ Wohl dem, der die richtigen Partner für die Automation hat. Da hat man bei MAG sehr genaue Vorstellungen:


„Unsere Kunden erwarten heute und zukünftig die Flexibilität von einem Maschinen- und Systemlieferanten, dass er alle gängigen Steuerungsmarken anbieten kann. Für MAG bedeutet dies, dass alle Maschinentypen mit FANUC Komponenten ausgerüstet werden können und jederzeit zur Verfügung stehen müssen. In dem oberen Maschinensegment finden wir einen überschaubaren qualitativ vergleichbaren Anbieterkreis. Unsere Kunden kaufen die kostengünstigste Lösung aus dem Kreis der angefragten Anbieter. Sofern im Lastenheft freigegeben, wird es zu FANUC kaum eine Alternative geben.““

Der neue Doppelspindler von MAG ist – wie die Vorgängerversionen – schnell und produktiv. Die herausragenden Eckdaten: Eine Span-zu-Span-Zeit von unter 2,5 Sekunden und eine Werkzeugwechselzeit von weniger als einer Sekunde – das sind Spitzenwerte gegenüber vergleichbaren Maschinen. Für die schnellen Span-zu-Span-Zeiten sind die FANUC Servoantriebe in Verbindung mit CNC und MAG-eigener Software zuständig.

Damit die Maschine nicht nur schnell, sondern auch genau arbeitet, sind alle Achsen kompensierbar. Für X-, Y- und Z-Achse ermittelt ein Heidenhain-Messsystem die Spindelposition gegenüber dem Schlitten. Zwei schnelle FANUC Servomotoren je Achse gleichen eventuell auftretende Positionsabweichungen aus. So ist jederzeit für eine optimale Spindelposition gesorgt.

Auch bei der neuen SPECHT 500 DUO+ setzt MAG selbstverständlich auf die Kombination von Kettenmagazin und Scheibenmagazin. Mit diesem patentierten Werkzeugmagazin werden Wechselzeiten von weniger als einer Sekunde erzielt – ein Rekordwert. Die dazugehörende selbstentwickelte Software setzt auf der CNC-Steuerung auf und reduziert die Wartezeiten auf ein Minimum. Die Bestückung des 112 Werkzeuge fassenden Magazins erfolgt in einer für den Bediener bequemen Höhe und parallel zum Bearbeitungsprozess.

Energie wirtschaftlich nutzen
Die SPECHT 500 DUO+ ist ausdrücklich für den Komponentenmarkt konzipiert – die Forderung nach einem energieeffizienten Betrieb kommt aber aus dem automobilen Umfeld.
Bernhard Lusch: „Diese Maschine hat einen enormen Verbrauchsvorteil gegenüber vergleichbaren Maschinen.“ Doch die Verbrauchswerte müssen auch nachgewiesen werden. Deshalb umfasst das Optionspaket der MAG-Maschine mit FANUC Steuerung auch einen Energiemonitor. Dies ist eine Oberfläche, auf der sich der Energieverbrauch der Maschine anzeigen lässt. Und schon vor der Premiere der SPECHT 500 DUO+ wird der Entwicklungsfahrplan für die nähere Zukunft diskutiert. In absehbarer Zeit werden auch Honprozesse auf dem Bearbeitungszentrum laufen. Die FANUC Steuerung ist jedenfalls dafür gerüstet.